Podcast: USA

Episoden:

Der Mann, der den WOLFSMANN erfand

Er schrieb 120 DrehbĂŒcher und 180 Romane. Geboren 1902, gehört er zu denjenigen, die das Jahrhundert beurteilen können: ein Jahrhundert unter Wolfsmenschen. Aus einem seiner DrehbĂŒcher wurde in den U.S.A. der berĂŒhmte Film THE WOLFMAN : Im Mondlicht wurde einer ohne eigenes Wissen zur Bestie. 150 Mio. Exemplare und einen Film-Hit brachte der Science-Fiction Bestseller DONOVANS HIRN. FĂŒr den ersten deutschen Kollektivfilm MENSCHEN AM SONNTAG entwickelte er den Grundriss und die Idee. Er brachte den europĂ€ischen Geist der 20er-Jahre wirksam in die U.S.A. Es geht um Curt Siodmak aus Sachsen. Er spricht “perfektes Englisch in sĂ€chsischem Zustand” . Persönliches PortrĂ€t eines großen Autors. Er ist der Bruder von Robert Siodmak, dem Filmregisseur. Zusammen heißen sie die Siodmak-Brothers.

Die BodenschÀtze von New York

Die BodenschĂ€tze von New York sind die Menschen der Stadt. Das ist die These des großartigen Dokumentarfilms von Gea Kalthegener THE HUMAN RIVER / IM STROM DER MENSCHEN. Das Motto heißt. “Alles fließt”. Stadtluft macht frei. FĂŒnf Monate drehte Gea Kalthegener in New York.

Der Todeszwinger – Death-Row

Besuch in der Vollstreckungsanstalt in Arizona, wo die LaGrand-BrĂŒder hingerichtet wurden und in den KompaktgefĂ€ngnissen in Huntington, Texas. Im Todesbau warten ĂŒber 400 Verurteilte auf ihren Tod – in Zellen, die an Hundezwinger erinnern. Es ist ein Unterschied, ob man davon nur liest oder dort war, sagt Peter Satorius.

Gang Days in Los Angeles

Luis Rodriguez war mit 11 Jahren Gang-Mitglied in Los Angeles. In seinem Buch “VerrĂŒcktes Leben immer rennen” das in den U.S.A. großes Aufsehen erregte, hat er sein Leben beschrieben. Luis Rodriguez gehörte zu einem der großen Gangs in den mexikanischen Vierteln von Los Angeles. In seinem Buch “VerrĂŒcktes Leben immer / Gang Days in Los Angeles”, das in den U.S.A. großes Aufsehen erregt, hat er sein Leben beschrieben. Um die Struktur der Gangs ging es auch in der Konferenz “Youth Subcultures in Complex Societies” in Chicago.

Die Stadt, die keinen Krieg wollte

Mike Wallace ist der Mit-Autor des riesenhaften Standardwerks GOTHAM, das die New Yorker Geschichte New Yorks von GrĂŒndung bis 1898 beschreibt. Inzwischen arbeitet er am 2. Teil dieser Stadtgeschichte. Eines der Kapitel behandelt New York in den Anfangsjahren des 2. Weltkriegs. Dies ist die Zeit von der Weltausstellung 1939 (in Europa schon Krieg, in New York eine Weltfeier des Fortschritts) bis zum Kriegseintritt der U.S.A. 1941. Die lebendige Handelsmetropole New York war, auch wegen der bunten Zusammensetzung ihrer Bevölkerung, nur schwer fĂŒr die Idee zu begeistern, dass die U.S.A. in den Krieg eintreten. Begegnung mit dem Historiker Mike Wallace.

Der Ruf nach dem starken Mann

Das Charisma großer MĂ€nner beruht auf dem Wunsch einer Millionenzahl von Menschen, die sich einen starken Mann wĂŒnschen. Am Anfang der Erscheinung eines sogenannten “großen Mannes” in der Geschichte steht in der Praxis fast immer eine Inszenierung. Wie in einem TheaterstĂŒck wird die GrĂ¶ĂŸe aufgebaut. Der Historiker Michael Gamper zeigt dies an Beispielen heutiger Politiker, auch von Donald Trump. Aber auch schon an der Geschichte des Aufstiegs von Napoleon Bonaparte. Der RevolutionĂ€r und Maler Jean Louis David und das exotische Kolorit der Expedition nach Ägypten sind fĂŒr das Bild des starken Mannes ebenso wichtig wie die Siegessonne von Austerlitz, die als Straßenname und FantasiestĂŒck einen Teil der Macht Napoleons ausmachte. Nicht seine Soldaten bloß, sondern der Ruf nach dem starken Mann, macht ihn – auf Zeit – zu einem Machtfaktor.

Woran erkennt man einen Neo- Konservativen in den USA?

David Frum, Jurist und Publizist, Fellow des einflussreichen AMERICAN ENTERPRISE INSTUTE, ehemals Redenschreiber von PrĂ€sident Bush, gehört zu den profilierten Neo-Konservativen, die in den USA Einfluss besitzen. Von ihm stammt der Ausdruck “Achse des Bösen”. Neokonservativ zu sein, sagt er, ist keine ideologische Position, sondern eine biografische Eigenschaft. Die Neokonservativen antworten radikal auf eine gesellschaftliche Krise, die sie vor sich sehen.

Das verlÀngerte Gewissen des Pentagon

Der Inspector General des Pentagon ist ein unabhĂ€ngiges Kontrollorgan, das in der Verfassung der USA verankert ist. Er gilt als “das verlĂ€ngerte Auge, Ohr und Gewissen” des US-Verteidigungsministers. Er untersucht nicht nur die Kosten der StreitkrĂ€fte, sondern auch ihre Verbrechen und ist der Inspektor fĂŒr die QualitĂ€t der Waffen und der Ausbildung der Truppe. Die Einrichtung stammt aus der Tradition des aufgeklĂ€rten 18. Jahrhunderts. Sie wurde in den USA eingefĂŒhrt durch den preußischen General von Steuben, der noch Friedrich dem II. von Preußen gehorchte und General Washington im UnabhĂ€ngigkeitskrieg diente. Joseph E. Schmitz, derzeitiger Inspector General des Pentagon, berichtet.

Das Auge des PrÀsidenten

Im Weißen Haus bildet der Nationale Sicherheitsrat die Agentur, die zwischen dem Willen des PrĂ€sidenten und den großen politischen Ressorts der USA vermittelt. Der Sicherheitsrat hat zu tun mit dem Außen- und dem Verteidigungsministerium, dem Kongress und den RealitĂ€ten in der Welt draußen. Charles A. Kupchan ist der Europa-Direktor dieser Institution.

Er und sein Team sind ein wesentlicher Teil der „Sinnesorgane“, mit denen das Weiße Haus auf die Welt blickt. Wenn am selben Tag eine Krise in Zentralafrika, eine zweite in Bezug auf die Spratley-Inseln im Chinesischen Meer, ein Zwischenfall im Osten der Ukraine und eine Zuspitzung in Syrien aufeinander treffen, sieht man, wie wichtig die Filterung des „absurden Zuviel“ an Informationen fĂŒr das Entscheidungszentrum der USA ist. Was soll man weglassen? Was muss unbedingt vor die Augen des PrĂ€sidenten?

In seinem zivilen Beruf, den er ausĂŒbte, bevor er unter Clinton und jetzt erneut unter Obama in den Staatsdienst trat, war Prof. Dr. Charles A. Kupchan UniversitĂ€tslehrer an Georgetown University in Washington. Spezialgebiet: Konflikte und FriedensschlĂŒsse in der europĂ€ischen Geschichte seit dem 13. Jahrhundert. Sein bekanntestes Buch heißt: „Wie aus Feinden Freunde wurden“, eine erfahrungsreiche geschichtliche Analyse, die von der legendĂ€ren Konföderation der 5 IrokesenstĂ€mme im mittelalterlichen Amerika bis zum Ursprung der Schweizer Kantone im europĂ€ischen Mittelalter reicht. Historische Erfahrung bildet einen guten Spiegel fĂŒr die aktuell-politische Verantwortung, mit der Charles A. Kupchan tĂ€glich konfrontiert wird.

Begegnung mit Prof. Dr. Charles A. Kupchan.

Macht ohne Maske

Die USA entwickelten seit 1945 einen Willen zur Vorherrschaft in der Welt, dem jede Heuchelei fremd ist. Diese Haltung fĂŒhrt in jĂŒngster Zeit zu Kollisionen mit dem alten Europa, das mit Weltmachtgedanken, aufgrund bitterer historischer eigener Erfahrungen, besonders vorsichtig umgeht. Egon Bahr, Kanzleramtsminister unter Willy Brandt und heute als Sicherheitsexperte tĂ€tig, berichtet.

Westpoint

Seit 200 Jahren werden in der MilitĂ€rakademie Westpoint die GeneralstĂ€bler der U.S.-Armee ausgebildet. In dieser grauen Burg am Hudson-Fluss plante einst General Washington die Schlachten des UnabhĂ€ngigkeitskrieges der USA gegen England. Heute entstehen hier Leutnants, von denen einige im 21. Jahrhundert die hohen Kommandostellen der MilitĂ€rmacht USA besetzen werden. Peter Satorius, Leitender Redakteur der SĂŒddeutsche Zeitung, besuchte diese Kaderschmiede der U.S.A. .

Der Botschafter seines PrÀsidenten

Seine Schlagader zerriss und er starb in einer Dezembernacht in New York. Er war einer der Chefdiplomaten der USA und wird schwer zu ersetzen sein. Unter PrĂ€sident Clinton verhandelte er den Frieden auf dem Balkan. WĂ€hrend der Regierungszeit von PrĂ€sident George W. Bush widmete er sich Stiftungen. Er kĂ€mpfte weltweit gegen Aids. Zuletzt war er Sonderbotschafter von PrĂ€sident Obama und seiner Außenministerin Hillary Clinton in dem gefĂ€hrlichsten Dreieck der Welt: Pakistan-Kaschmir-Afghanistan. Ein Portrait und ein RĂŒckblick. Musik: Helikopter-Quartett von Karlheinz Stockhausen.

Prince of Darkness

Einer der kompromisslosen Verfechter der Positionen des Pentagon im Kalten Krieg war Botschafter a.D. Richard N. Perle. Unter PrĂ€sident Reagan legte er die Grundlage fĂŒr das SDI-Projekt. Bei seinen Gegnern hieß er FÜRST DER FINSTERNIS. Heute gehört dieser Sicherheitsexperte zu den gesuchten Ratgebern der Industrie und der Stiftungen, die sich mit Sicherheitspolitik befassen. Mit dem Raketenabwehrprogramm (NMD) wird ein Teil seiner Vorstellungen Wirklichkeit. Eine Begegnung mit Botschafter a.D. Richard N. Perle.

Was macht eine Stiftung in N.Y. ?

Breite Teile der Kultur und sozialer Integration werden in den U.S.A. nicht vom Staat gefördert, sondern von Privatinitiative, die sich in Stiftungen organisiert. Eine der großen Stiftungen in N.Y. ist der FUND FOR THE CITY OF N.Y. Er schlĂ€gt BrĂŒcken nach Japan und Europa, er verbreitet Erwachsenen und Weiterbildung fĂŒr stĂ€dtische FunktionĂ€re und er fördert Grass-Root-Basisinitiativen. Diese aus dem Bewusstsein der Citoyens kommende Initiative der Stiftungen ist nach dem 11. September 2001 noch wichtiger geworden, als sie es immer schon war. Dr. Mary McCormick, Chefin des FUND FOR THE CITY OF N.Y. berichtet.